Warum habe ich mir einen Banana PI M3 gekauft? Der Raspberry PI hat doch so viele Möglichkeiten. Meine Herausforderung bestand darin mein existierendes, selbstgebautes NAS durch eine neue Lösung abzulösen. Der Raspberry bietet da schon einige Möglichkeiten, jedoch hat der Banana PI mit 8 Kernen und WLAN, Bluetooth und vor Allem SATA noch mehr Vorzüge, weshalb ich mich dann auch für den M3 entschieden habe.

In diesem Artikel möchte ich einige Stolperfallen beschreiben, die ich im Netz bisher so nicht gefunden habe in der Hoffnung, dass andere nicht auf die selben Probleme und Missverständnisse rein fallen.

Zu Allererst mal die Spezifikationen meines M3, da es auch hier geringfügige Unterschiede gibt:

  • Technische Daten
  • Allgemeines
    • Typ: Banana Pi
    • Chipsatz: ARM Cortex-A7 32-bit Octa
  • Besonderheiten
    • CPU Takt: 2000 MHz
  • Ausführung
    • RAM: 2048 MB
    • Speicher: 8 + 0 (max. 64) GB
  • Anschlüsse extern
    • LAN: 10/100/1000
    • HDMI: ja
    • WLAN: ja
    • Bluetooth: ja
    • SD-Slot: nein
    • microSD-Slot: ja
  • Anschlüsse / Schnittstellen
    • SATA: ja
    • USB: 2
    • Schnittstelle/n: I2S
    • Audio: ja
    • Mikrofonanschluss: ja
    • I/O: 40
    • SPI: ja
    • I²C: ja
    • UART: ja
  • Anschlüsse intern
    • CSI: ja
    • DSI: ja
  • Maße
    • Länge: 92 mm
    • Breite: 60 mm
  • Elektrische Werte
    • Betriebsspannung: 5 V (2,1/4,0mm Hohlbuchse

Ich habe mir ein BPI Image für den M3 besorgt und mittels Win32DiskImager auf eine 16GB SDHC Karte (Class 10) aufgespielt. Ich kann nur empfehlen bei der SDHC Karte auf Qualität und Geschwindigkeit zu achten, das macht viel aus. Man kann das Image auch auf den internen Speicher kopieren, aber das habe ich noch nicht getestet, wenn ich damit Erfahrungen gesammelt habe werde ich dazu berichten.

Danach fingen die Probleme erst richtig an. Ich hatte mir ein Netzteil mit 2250mA mit bestellt, da 2A für den Banana PI schon gebraucht werden. Der richtige Adapter für die Hohlbuchse war auch dabei, aber als ich den M3 in Betrieb genommen hatte, hatte ich auf meinem Bildschirm kein Bild. Anmerkung hier: Ich habe über ein HDMI-DVI Kabel einen PC Bildschirm steuern wollen, leider ohne Erfolg. Wenn ich den PI einschaltete leuchteten alle LEDs auf, nach kurzer Zeit zuckte mein Bildschirm, dann blieb die rote LED (Betrieb) an und die grüne blinkte doppelt im Sekundenrhythmus. Eine Recherche im Internet ergab, dass der Banana PI M3 kein bootfähiges Device finden kann. Ich testete noch mit 2 anderen SDHC Karten und einem weiteren Netzteil (insgesamt hat es ca. 4 Tage über ca. 6 Wochen verteilt angedauert). Ich habe den M3 auch an den Händler mit Bitte um Austausch zurück geschickt, aber den PI mit dem Hinweis, dass der Vorlieferant das Gerät als OK getestet hat zurück bekommen.

Nachdem ich noch einige Versuche unternommen hatte, das Internet nach Hinweisen durchstöbert hatte, warum mein Banana PI M3 nicht bootet, stellte ich als letzten Strohhalm eine serielle Verbindung her. Dies gestaltete sich auch als recht schwierig, da es hierzu keine genaue Anleitung gab, daher hier, wie ich es gemacht habe, mit Bildern. Der Banana Pi M3 hat, nicht wie auf verschiedenen Bildern gezeigt auf dem 40Pol. Stecker, seinen seriellen Konsolenanschluss direkt neben der LAN-Buchse.

In rot der serielle Konsolanschluss des BPI M3.Diesen Anschluss mit einem Seriell USB Wandler verbinden und per Putty (habe ich getestet, läuft super) als Seriellen Anschluss mit folgenden Daten einstellen:

RX/TX kreuzen, also

RX <-> TX

TX <-> RX

GND <-> GND

anschließen:

(Ich habe hier einen USB-TTL-Wandler im Einsatz, dieser meldet sich als COM29.)

Als ich die Einstellungen in Putty hatte und den COM-Port wusste, habe ich den BPI eigeschaltet und siehe Da, es kam Ausgabe auf dem Bildschirm. Ich wartete gespannt auf den Punkt, wo er hängt und er fuhr einfach in den Login-Prompt, die rote LED leuchtete und die grüne blinkte gemütlich vor sich hin. Mein BPI läuft, bringt nur auf dem PC-Bildschirm keine Ausgabe.

Mit den Informationen habe ich weiter gesucht und wurde fündig. Im Auslieferungszustand der BPI-Images ist nicht vorgesehen den HDMI-Port auf einem Monitor mit DVI-Eingang darzustellen, sondern nur direkt auf einem TV oder PC-Bildschirm mit HDMI. Ich fand den Punkt, der umgestellt werden muss und dies geht folgendermaßen. 

Mit

bin2fex /media/pi/BPI-BOOT/bananapi/bpi-m3/linux/script.bin script.fex

umwandeln.

Danach editieren und unter [hdmi_para] die Einstellung 'hdmi_cts_compatibility = 0' nach 'hdmi_cts_compatibility = 1' anpassen und mit fex2bin wieder umwandeln und zurückkopieren.

Reboot ist zwingend erforderlich!!

Danach funktioniert HDMI<> DVI wunderbar.

Nach erfolgreicher Umstellung hatte ich auch auf meinem PC-Monitor mit DVI eine wunderbare Ausgabe, leider ist die Auflösung nicht darauf angepasst.